IndustrieNaturKultur

Zeche Zollverein im Rudel erkunden

Hund IndustrieNaturKultur Essen
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1  

Ort:

Essen

Tourenlänge:

6-8 km

Wanderzeit:

ca. 4 Stunden (plus)

Schwierigkeitsgrad:

keine besonderen Anforderungen, Außenbesichtigung des Industriegeländes und der umliegenden Grünanlagen

Wegebeschaffenheit:

wenige naturbelassene Wege, ansonsten asphaltiert

Leinenführung:

Hunde müssen an der Leine geführt werden

 

Das Ruhrgebiet schaut auf eine lange Geschichte der Kohleförderung zurück, an zahlreichen Orten wurden zig Milliarden Tonnen Kohle gefördert. Inzwischen sind fast alle Zechen geschlossen, von den meisten existieren nur noch Reste. Im Gegensatz dazu die Zeche Zollverein, sie wurde in ein komplett erhaltenes Gesamtkunstwerk verwandelt, die Bergwerkarchitektur wurde durch Kunst und Kulturprojekte angereichert - und die Natur hat sich mit viel Grün das Gelände zurückerobert.


Auf dieser 4 PfotenTour wollen wir die „schönste Zeche der Welt“ erkunden.


Schon vom Parkplatz aus können wir einen ersten Blick auf den „Eiffelturm des Ruhrgebiets“ werfen, dem wahrlich imposanten, 55 Meter hohen Doppelbockfördergerüst über Schacht XII und - Wahrzeichen der Zeche Zollverein.


Wenn uns auch immer wieder viele grüne Stellen und Wege auf unseren Erkundungen im Zechengelände begleiten, müssen die Hunde im Schachtgelände „brav“ an der Leine gehen und so wollen wir unseren 4-Beinern doch zunächst ein wenig Schnüffel-Auslauf gönnen und biegen ab in den Skulpturenpark der Zeche, der auf der kleinen, nur wenige Meter hohen Berghalde zwischen Schacht XII und der Kokerei 1991 anlässlich der „documenta IX“ errichtet wurde. Der Künstler Ulrich Rückriem schuf insgesamt sechs Werke aus 24 einzelnen Steinblöcken.

Das Schöne für unsere Fellnasen, sie liegen in einem Birken- und Robinienwald, teilweise mit dichtem Dickicht - also wirklich viel Natur um ausgiebig schnüffeln zu können und erst einmal ein wenig Energie los zu werden.


Am Ende dieser kleinen Runde befinden wir uns in unmittelbarer Nähe der Kokerei, so dass diese dann unser erster Besichtigungsteil des eigentlichen Industriegeländes sein wird.


In einer Kokerei wird die Kohle in schmalen Öfen „gebacken“, um daraus Koks zu erzeugen als Brennstoff für die Stahlverhüttung bei der Gewinnung von Stahl und Eisen aus Eisenerz.

Die Kokerei Zollverein wurde ab 1961 betrieben und galt lange als die modernste Europas. 1993 wurde sie aufgrund der Stahlkrise und der dadurch fallenden Koksnachfrage geschlossen. Zunächst wollte man die Anlage abbauen und nach China verkaufen. Zu auch heute unserer Freude hat man aber davon abgesehen, sie unter Denkmalschutz gestellt und zur Besichtigung für die Bevölkerung geöffnet.


So können wir an den mehr als einem halben Kilometer langen, beeindruckenden Komplex entlang flanieren und ausgiebig das verwobene industrielle Bauwerk mit seinen 304 Öfen, den Silos, Tanks, Förderbänder, Stegen und unzählige verbindende Rohre und Verstrebungen bewundern - sehr imposant und höchst interessant.


Dabei werden wir natürlich auch nicht das aus zwei Überseecontainern zusammen geschweißte Werksschwimmbad auslassen - eine Sommeroase für jeden, der möchte, in dem längst ausgestorbenen Land der Maschinen.


DAS Winter-Highlight ist dann regelmäßig ab Anfang Dezember die Eisbahn entlang der Kokerei - eine ungewöhnliche und sehr beliebte Location in toller Kulisse, am schönsten bei Dunkelheit, denn dann erstrahlt die Eisbahn in rot-blau, ein spektakuläres Lichtkunstwerk der Londoner Künstler Speirs & Major.


Wir verlassen das Gelände der Kokerei in Richtung der Gründungsschachtanlangen I und II. Sie bildeten Mitte des 19. Jahrhunderts den Anfang des Bergwerks und wurden damals zunächst noch mit burgenähnlichen Malakowtürmen erbaut. Die existieren heute allerdings nicht mehr, sie wurden durch Erneuerungs- und Modernisierungsmaßnahmen in den 20iger Jahren ersetzt. Sehr wohl kann man bei einigen Gebäuden noch deutlich den „alten“ Architekturstil erkennen.


Dieser Bereich und dazu gehörend auch der Schacht VIII ist heute der Kunst gewidmet - Veranstaltungen wie Tanz, Theater, Performance, Ausstellungen, Klang- und Filminstallationen, Lesungen und Vorträge haben eine neue Atmosphäre entstehen lassen.


Von hier aus begeben wir uns nun aber endlich in Richtung des berühmten Schachts XII und der Kohlenwäscherei, heute das Ruhrmuseum. Sie wurden ab Ende der 20iger Jahre erbaut und ganz deutlich ist bei den Gebäuden der neue, sachliche Architekturstil zu erkennen.


Fritz Schupp und Martin Kremmer gestalteten ab diesem Zeitpunkt alle Veränderungen, Erneuerungen und Neubauten in dem Zechengelände.

Sie entwarfen die Schachtanlagen im Bauhausstil, Gebäude als geometrische, kubische Backstein-Würfel mit rechteckigen Fensterbänken. Auch bei der Gestaltung der Werkshallen zueinander setzten sie ihren hohen künstlerischen Anspruch um, so dass sie sich insgesamt zu einem beeindruckenden Gebäude-Ensemble zusammensetzen.


Was sicherlich auch dazu beigetragen hat, dass die Schachtanlagen XII und I / II / VIII sowie die Kokerei Zollverein am 14. Dezember 2001 als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuft wurden.


Innenbesichtigungen dürfen wir mit unseren 4-Beinern leider an keiner Stelle machen - außer im Restaurant in der Nähe des Red Dot Museums, wo Hunde ausdrücklich als willkommene Gäste hereingebeten werden.

Und, das werden wir sicherlich gerne nutzen, nach oder auch während unserer schönen Erkundungstour.


Aber bitte, wie immer, trotzdem ausreichend Wasser für unterwegs mitnehmen.

 Leistungen von 4 PfotenTouren:

  • Geführte Wanderung durch einen Wanderexperten
  • 1 Leckerli für jeden Mitwanderer
  • Infos über das Gebiet
  • 1 Pfotenabdruck

 Ihre Eigenleistung:

  • Eigene An- und Abreise
  • Verpflegung & Getränke für unterwegs
  • Einkehr im Café / Restaurant

Preis:

  • 19,00 € Normaltarif:  1 Person & 1 Hund
  • 28,50 € Partnertarif:  2 Personen & 1 Hund

 

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